Anders als die Prozesse der Hellenisierung und der Romanisierung ist die Christianisierung der antiken Welt, obwohl der Begriff oft verwendet wird, kaum als solche thematisiert worden. Das Forschungsprojekt will zur Schließung dieser Lücke beitragen und zielt daher auf eine theoretisch reflektierte, zugleich auf breiter empirischer Grundlage arbeitende Untersuchung jenes für die weitere europäische und außereuropäische Geschichte fundamentalen Prozesses in Kaiserzeit und Spätantike. Dabei ist davon auszugehen, dass die Christianisierung in verschiedenen Regionen und Bereichen (kaiserliche Selbstdar-stellung, Verwendung christlicher Zeichen in der Kunst etc.) mit einem unterschiedlichen Tempo und in differierender Intensität vonstatten ging, weshalb im Titel bewusst von Christianisierungen die Rede ist. Dementsprechend wird eine den Unterschieden und Ungleichzeitigkeiten nachspürende Vorgehensweise gewählt. Als erster Ausgangspunkt für die Auswahl und Einordnung der Forschungsgegenstände zeichnet sich ein Phasenmodell ab, das partikulare Christianisierungen, Neutralisierung und Totalisierung unterscheidet. Vor diesem Hintergrund sind sowohl Studien speziellerer Natur als auch synthetische Arbeiten vorgesehen, die dazu beitragen sollen, ein neues Bild dieser Prozesse zu entwickeln. Das Projekt wird seit Oktober 2011 von der DFG gefördert. Es ist eine Förderungszeit von fünf Jahren vorgesehen.

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